89 Menschen hat der „Tunnelbauer“ Joachim Neumann nach dem Bau der Mauer im Jahr 1961 die Flucht von Ostberlin nach Westberlin ermöglicht. Eine spannende Geschichte, die Freud und Leid gleichermaßen verbindet. Im vollbesetzten Theatersaal des Neuen CAPITOLS in Bad Berleburg erzählte der mittlerweile 87-jährige Jochaim Neumann seine bewegende Geschichte.
Mit dabei die bekannte Autorin Maja Nielsen, die das Buch „Der Tunnelbauer“ veröffentlicht hat. An vielen Beispielen wird in der Schilderung immer wieder die unmittelbare Konfrontation zwischen Demokratie und den hässlichen Seiten der Diktatur vor Augen geführt. „Es ist nicht selbstverständlich, in einer Demokratie zu leben. Und dafür lohnt es sich, einzutreten“, sagt Joachim Neumann. Ermöglicht hat diese besondere Begegnung Monika Schröder, Inhaberin der Berleburger Buchhandlung.
Mit falschen Papieren gelang Jochaim Neumann im Oktober 1961 die Flucht von Ost-Berlin in den Westen der Stadt. Zurückgelassen hat er seine Freundin Chris und weitere Freunde. Im Westen angekommen, setzt er alles daran, Menschen aus der DDR bei ihrer Flucht zu unterstützen. Gemeinsam mit anderen Helfern gräbt er mehrere Tunnel von West- nach Ostberlin – in ständiger Angst, von der Stasi entdeckt zu werden, und voller Hoffnung, Chris eines Tages wiederzusehen, was schließlich auch gelingt.

